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Ein Beispiel für das Fazit einer Bachelorarbeit

Du näherst Dich dem Ende Deiner Bachelorarbeit, weißt aber nicht, wie Du das Fazit schreiben sollst? Vielleicht hilft Dir ja ein konkretes Beispiel für ein Fazit einer Bachelorarbeit dabei, Schreibblockaden zu verhindern. Wenn Du danach noch weitere Tipps benötigst, schau Dir unsere Anleitung für die Bachelorarbeit an.
 

So sieht ein Beispiel für ein Fazit einer Bachelorarbeit aus

Wir zeigen Dir hier ein konkretes Beispiel für ein Fazit einer mit „sehr gut“ bewerteten Arbeit aus der Literaturwissenschaft. So kannst Du Dir in Ruhe ansehen, wie das Fazit Deiner Abschlussarbeit aufgebaut und formuliert sein sollte. Unser Beispiel ist ungefähr 1,5 Seiten lang. Die Länge des Fazits hängt natürlich von der Länge Deiner Arbeit ab. Wichtige Schlüsselformulierungen sind hervorgehoben.
 

Ein Beispiel für ein Fazit einer Bachelorarbeit

 
Titel der Arbeit: Zur Idyllenkonzeption in Jean Pauls Leben des vergnügten Schulmeisterlein Wutz in Auenthal

Wie gezeigt werden konnte, hebt sich Jean Pauls Idyllentheorie deutlich von den bis dahin prägenden Vorbildern ab. Er kritisiert die Konstruktion der Idylle als arkadische Hirtenromantik scharf, was vor allem in der Vorschule der Ästhetik und in Hafteldorns Idylle auf das vornehme Leben deutlich wird. Er stellt dieser Tradition die Idee einer in der Realität verorteten Idylle entgegen, deren Wesen im Finden des „Vollglücks in der Beschränkung“ besteht. Dabei wird die Gattung von formalen und inhaltlichen Einschränkungen befreit, das dahinterstehende Prinzip rückt in den Vordergrund. Für die Jean Paulsche Idylle im Allgemeinen wurden in der Forschungsliteratur zahlreiche Bezeichnungen getroffen. Tismar behandelt sie in seiner Monographie Gestörte Idyllen und bezeichnet die Idyllik Jean Pauls als „relativiert“42, des Weiteren finden sich Bezeichnungen wie „autobiographisch konzipierte bürgerliche Idylle“43, „realistische Idylle“44 oder „gefährdete Idylle“45, um nur einige Beispiele zu nennen. Es erscheint an dieser Stelle jedoch sinnvoll, zwischen Jean Pauls Idyllentheorie und seinen idyllischen Werken selbst zu unterscheiden. Diese Differenzierung wurde in der Jean-Paul-Forschung bisher vernachlässigt.

➔ Dieser Abschnitt ist die Einleitung des Fazits. Der erste Satz macht bereits deutlich, dass es jetzt um die Zusammenfassung der Ergebnisse gilt. Grundsätzliche und theoretische Überlegungen werden kurz wiederholt.

 
Wie Böschenstein-Schäfer richtig bemerkt, bezieht sich schon in Jean Pauls Idyllenkapitel in der Vorschule der Ästhetik die Beschränkung, in der das Vollglück gefunden werden soll, auf objektive Faktoren,46 das Vollglück selbst allerdings „auf das Subjekt, dessen Perspektive ihr erst den Idyllencharakter verleiht““7. Doch trotz dieser Verlegung des idyllischen Ursprungs in das Subjekt kann die Idylle „doch auf allgemeine Resonanz rechnen“48, da sie, wie in Kapitel 2.1) beschrieben, wie eine Projektionsfläche für die Erinnerung an selbst empfundenes Vollglück wirkt. Dieser Schritt ist in den beiden aus dem Leben des vergnügten Schulmeisterlein Wutz in Auenthal exemplarisch ausgewählten Textstellen gewissermaßen blockiert. Die von Wutz erzeugte Idylle bleibt für Außenstehende unzugänglich. Dem tatsächlichen Finden des Vollglücks in der Beschränkung sind durch Begleitumstände wie Armut oder mangelnde Bildung Grenzen gesetzt, das dahinterstehende Prinzip, das dem zweiten Weg aus dem Billett an meine Freunde entspricht, ist augenscheinlich nicht auf jede Situation anwendbar. Die aus dem Subjekt heraus geschaffene Idylle bleibt auch nur für dieses gültig, sie muss aus der Fantasie heraus und mit großem Aufwand hergestellt werden. Es handelt sich um ein Kunstprodukt, die „Idylle“ wird nicht um ihrer selbst willen, sondern als innerer Schutzwall vor der negativen Außenwelt hergestellt. Mit ihrer Hilfe löst Wutz sich von seiner Umwelt los und errichtet seine eigene Realität. Zwar wird auch in den im Kapitel 2) vorgestellten Texten die Idylle durchaus auch als technisches Mittel beschrieben, das angewandt werden kann, um glücklicher zu werden, im Leben des vergnügten Schulmeisterlein Wutz in Auenthal hat dies jedoch eine andere Dimension. Sie erscheint als reiner Selbstzweck und ist regelrecht lebenserhaltend. Die in der Vorschule der Ästhetik beschriebene Übertragung des idyllischen Gefühls, durch die die vom Subjekt erschaffene Idylle eine gewisse Nachvollziehbarkeit erhält, glückt deshalb nicht, weil die Umstände, durch deren Erhöhung die Idylle hergestellt wird, zu sehr als „objektiv fragwürdig“49 erscheinen. Sie stellt sich daher als Trugbild dar.

➔ Dieser Abschnitt fasst die wichtigsten Punkte der Argumentation noch einmal zusammen. Es wird gezeigt, dass die Arbeit einen roten Faden hat.

 
Bezugnehmend auf die Forschungsfrage lässt sich nach der Beschäftigung mit den drei hier behandelten Schriften, aus denen sich Rückschlüsse auf die Idyllentheorie Jean Pauls ziehen lassen, den exemplarisch ausgewählten Textstellen aus dem Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz in Auenthal und deren Vergleich sagen, dass der Idyllenentwurf nach Jean Paul, nimmt man die traditionelle, bukolische Idylle zum Maßstab, durch ihre Versetzung in die Realität berechtigterweise als „relativierte Idylle“ charakterisiert werden kann. Zumindest für das Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz in Auenthal ist eine Einordnung als „brüchige“ oder „gestörte“ Idylle allerdings zutreffender. Als „Eine Art Idylle“ ist die Erzählung dabei sowohl in Bezug auf die traditionelle Idylle als auch vor dem Hintergrund der Idyllentheorie Jean Pauls zu bezeichnen. Das Leben des vergnügten Schulmeisterlein Maria Wutz in Auenthal ist eindeutig als konzeptionelle Abgrenzung von der bukolischen Idylle zu verstehen. Gleichzeitig werden hier die Grenzen, die dem theoretischen Idyllenentwurf Jean Pauls gesetzt sind, aufgezeigt.
 

➔ Der letzte Abschnitt fasst kurz und präzise das Ergebnis/die Kernaussage der Arbeit zusammen. Wichtig ist ein informativer, prägnanter Schlusssatz.

(39) Schnabel, Erzählerische Willkür oder säkularisiertes Strukturmodell, S. 141. (40) Wuthenow, Gefährdete Idylle, S. 322. (41) Wuthenow, Gefährdete Idylle, S. 322. (42) Tismar, Gestörte Idyllen, S. 41. (43) Meyer-Sickendiek, Affektpoetik, S. 352. (44) Wuthenow, Gefährdete Idylle, S. 328. (45) Wuthenow, Gefährdete Idylle, S. 314. (46) Vgl. Böschenstein-Schäfer, Idylle, S. 90. (47) Böschenstein-Schäfer, Idylle, S. 90. (48) Böschenstein-Schäfer, Idylle, S. 91. (49) Böschenstein-Schäfer, Idylle, S. 92.


 

Leg‘ los!

Natürlich haben wir auch weitere praktische Tipps und alles Wissenswerte rund um’s Fazit der Bachelorarbeit zusammengetragen. Auch für die Einleitung haben wir ein konkretes Beispiel für Dich. Oder suchst Du noch Beispiele für eine komplette Bachelorarbeit? Mit unseren Tipps und Beispielen aus der Praxis kann nichts mehr schiefgehen. Wir wünschen Dir viel Erfolg bei Deiner Abschlussarbeit!

 

 

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