Internetquellen zitieren
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Internetquellen richtig zitieren – Wir zeigen Dir, wie’s geht!

Beim Schreiben einer Hausarbeit oder Abschlussarbeit kann es vorkommen, dass Du auf Quellen, Daten und Informationen angewiesen bist, auf die Du nur online Zugriff hast. Mittlerweile arbeitet man nicht mehr nur mit Printmedien – es ist üblich geworden, dass zahlreiche wissenschaftliche Texte auch online publiziert werden und im Internet (frei) verfügbar sind.

 

Zitationspflicht bei Internetquellen

Ebenso wie Quellen in gedruckter Form musst Du auch diese Internetquellen richtig zitieren. Schließlich gehört beim wissenschaftlichen Arbeiten das Belegen der verwendeten Aussagen und Texte mit vollständigen Zitationsangaben zu den wichtigsten Grundregeln. Der Zweck des Zitierens besteht in der Überprüfbarkeit Deiner Angaben. Verwendest Du in Deiner Thesis fremdes Gedankengut, ohne es als solches zu markieren, zählt dies als Plagiat. Da gerade beim Umgang mit Internetquellen einige Stolpersteine lauern, die es zu vermeiden gilt, hat dir das Team von Thesius hier einige hilfreiche Informationen zusammengestellt.

 

Sind Internetquellen überhaupt zitierfähig?

Hinter gedruckten Quellen stehen oftmals Fachzeitschriften oder Fachverlage – bei diesen kannst Du davon ausgehen, dass es sich um seriöse Quellen handelt. Bei Informationen und Daten aus dem Internet kannst Du das jedoch nicht automatisch. Zwar finden sich immer mehr (fach-)wissenschaftliche Onlineveröffentlichungen, doch Du solltest trotzdem immer genau auf die wissenschaftliche Seriosität achten. Ideal sind wissenschaftliche Publikationsorgane wie SpringerLink. Unter anderem bei Onlineartikeln, deren Autoren nicht angegeben oder bekannt sind, ist Vorsicht geboten. Generell solltest Du die Finger von Internetquellen lassen, die über keine Informationen zu Entstehungszeitraum, Urheberschaft oder Metadaten zu Titel und Inhalt verfügen.

 

Schwierigkeiten beim Zitieren von Internetquellen

Beim Zitieren von Quellen aus dem Internet können sich Dir einige Schwierigkeiten in den Weg stellen. So kann es hin und wieder äußerst mühevoll sein, wichtige Kerndaten wie etwa den Autor oder Herausgeber der Quelle herauszufinden oder richtig zu identifizieren. Bei der Arbeit mit Onlinequellen solltest Du daher also immer sehr genau hinsehen.

Wenn es sich bei den Quellen aus dem Internet nicht um Texte im pdf.-Format handelt, sind häufig keine genauen Nachweise möglich, da nicht immer Seitenzahlen angegeben sind. Gute, wissenschaftlich seriöse Angebote kannst Du daher auch daran erkennen, dass längere Texte ihre Abschnitte nummerieren. Diese Nummerierungen kannst Du zum Zitieren nutzen. Daneben kannst Du aber auch Kapitelnummern, Zwischenüberschriften, Anmerkungsziffern oder Ähnliches zur Markierung einer Textstelle nutzen.

 

Speichern, speichern, speichern!

Das größte Problem besteht jedoch in der Beschaffenheit des Internets selbst: Als dynamisches Medium befindet es sich in beständiger Veränderung. So kann es Dir passieren, dass eine Onlinequelle, die Du in Deiner Arbeit verwendet hast, plötzlich verändert oder gelöscht wurde. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass Du bei der Zitierangabe sowohl die URL als auch das Zugriffsdatum angibst, damit Leser Deiner Arbeit die Quellen finden und mögliche Unterschiede durch spätere Änderungen nachvollziehen können. Darüber hinaus ist es auch sinnvoll, Texte und Daten aus dem Internet zu speichern, damit Du sie im Zweifelsfall zu einem späteren Zeitpunkt vorlegen kannst.

 

Zitierform von Internetquellen

Im Grunde erfolgt das Zitieren von Internetquellen nach dem gleichen Schema wie bei Printmedien. Auch hier musst Du nach der Textsorte unterscheiden: Handelt es sich um eine Monographie, einen Aufsatz aus einer Zeitschrift oder einen Beitrag in einem Sammelband? Die Zitationsform wählst Du daher aus dem Standard der entsprechenden Textsorte. Für die Form der Zitation und Quellenangabe gibt es oftmals fachgebundene Vorgaben, die Du auf der Institutshomepage finden kannst. An diese solltest Du Dich unbedingt halten! Da Quellen aus dem Internet schnell gelöscht oder verändert werden können, ist es ebenfalls sehr wichtig, dass Du die Zitationsangabe um die URL und das Zugriffsdatum ergänzt. Ideal ist es, wenn Dein Dokument über einen DOI (= Digital Object Identifier) verfügt. Diese Angabe ist vergleichbar mit einer ISBN-Nummer bei Printmedien.

 

Beispiele

Die Angabe einer solchen Quelle kann beispielsweise so aussehen:

Autor (Nachname, Vorname): Titel des Dokuments. Untertitel, Ort und Datumsangabe (Erstellungsdatum oder Jahr, letzte Version).

Zugriff: URL [Zugriffsdatum].

Winhart, Heike: Funktionsverbgefüge im Deutschen. Zur Verbindung von Verben und Nominalisierungen, Diss. 2002, Tübingen 2005.

Zugriff: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/binary/
T5TXITKQAL5YKWYJH4HOMMRGXCWQ5FHW/full/1.pdf
[28.05.2015].

 

Texte, die zu einer Reihe oder einem übergreifenden Angebot gehören, kannst Du wie Aufsätze aus einem Sammelband oder einer Zeitschrift zitieren:

Autor des Aufsatzes (Nachname, Vorname): Titel des Dokuments. Untertitel, in: Name Herausgeber (Vorname, Nachname), Titel der Reihe, Band und Nummer der Ausgabe (falls vorhanden), Ort und Datumsangabe (falls vorhanden), Seitenzahlen.

Zugriff: URL, [Zugriffsdatum].

Davies, David: Descriptivism and Its Discontents, in: Robert Stecker/Theodore Gracyk, The Journal of Aesthetics and Art Criticism, Band 75, Nr. 2 2017, S. 117-129.

Zugriff: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/jaac.12348/epdf [15.08.2017].

 

Die Hyperlinks kannst Du als solche einfügen, allerdings solltest Du für den Druck dann die Unterstreichung entfernen und die Schriftfarbe schwarz halten. Bei der amerikanischen Zitierweise wird die Quellenangabe in Kurzform direkt über Klammern im Text angegeben. Bei Internetquellen werden hier die URL und das Zugriffsdatum erst bei der Angabe im Literaturverzeichnis angegeben. Im Fließtext musst Du nur den Autor, das Jahr der Erscheinung und die Seitenzahl angeben.

 

Was Du noch bedenken solltest

Leider stehen Dir bei Internetquellen nicht immer alle Angaben, die Du für eine vollständige Zitation benötigst, zur Verfügung. Wenn es keine Angaben zum Autor der Quelle gibt, verwendest Du anstelle des Namens die Abkürzung o.V. (ohne Verfasser). Denke jedoch daran, dass die Verwendung von Quellen ohne Verfasser in wissenschaftlichen Arbeiten äußerst problematisch ist und solche Dokumente nur als Primärquellen genutzt werden sollten. Findest Du das Datum der Veröffentlichung oder der letzten Aktualisierung der Quelle nicht, lässt Du auch diese Angabe nicht einfach weg, sondern fügst stattdessen den Hinweis o.J. (ohne Jahr) oder o.D. (ohne Datum) ein. Darüber hinaus solltest Du auch auf den Umbruch in der URL achten. Gerade bei langen URLs kommt es oft vor, dass die Adresse nicht in einer Zeile dargestellt werden kann. Statt hier einen Bindestrich einzufügen, der missverstanden werden kann, solltest Du besser manuell einen Umbruch einfügen.

 

Beachte Deine Institutsvorgaben!

Da es gerade bei der Zitation oft fachgebundene Vorgaben gibt, die sehr unterschiedlich sein können, ist es wichtig, dass Du immer auch einen Blick auf die Institutshomepage oder in den wissenschaftlichen Leitfaden Deines Faches wirfst. Gibt es wider Erwarten keine solchen Vorgaben, kannst Du auch Deinen Dozenten bzw. Betreuer nach der richtigen Zitationsform fragen.

Wenn Du noch weitere Fragen hast: In unserem Forum findest Du viele Studierende, die mit den gleichen Problemen zu kämpfen hatten und die Deine Fragen kompetent beantworten!

Das Team Thesius wünscht Dir viel Erfolg!

 

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