Checkliste Zitieren
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Zitieren in Sprachwissenschaft und Literaturwissenschaft

In den Sprachwissenschaften und den Literaturwissenschaften gibt es zwei Zitierstile, die besonders gerne verwendet werden: Chicago und MLA. Wir stellen Dir beide Stile vor. Lass Dich aber gegebenenfalls beraten, welchen Stil Du verwenden sollst. Oft geben die Institute auch Richtlinien vor.

Zitieren mit Chicago

 

Belege im Text

Der Zitierstil Chicago wird vor allem in den Geisteswissenschaften verwendet. Der Stil Chicago A arbeitet mit Fuß- oder Endnoten, die wie hier durch eine kleine Zahl im Text markiert werden: „Das Werk entstand 1890“². Da das Werk auch im Literaturverzeichnis zu finden ist, reicht in der Fußnote oder Endnote ein kurzer Beleg:

² Nachname, Titel, Seitenzahlen.

² Kayser, Das sprachliche Kunstwerk, 12.

Nur bei der ersten Erwähnung sollte der Titel so angegeben werden, wie er auch ins Literaturverzeichnis eingetragen wird. Zwei Autoren werden durch ein „und“ getrennt. Ab vier Autoren kannst Du nach dem ersten Autor mit einem „et al.“ den Beleg abkürzen.

Chicago B unterscheidet sich von Chicago A darin, dass direkt im Text mit Kurzbelegen gearbeitet wird:

(Nachname Jahr, Seitenzahl)

Diese Belege stehen einfach hinter dem Zitat. Konkret sieht das so aus:

(Kayser, 1978, 12).

Auch hier werden die beiden letzten Autoren der Angabe immer durch ein „und“ getrennt. Zuvor kann ein Komma genutzt werden. Bei mehr als drei Autoren kann hier durch ein „et al.“ nach dem ersten Autor abgekürzt werden.

 

Das Eintragen ins Literaturverzeichnis

Monographie

Bei einer Monographie haben die gleichen Verfasser an allen Teilen des Werks mitgearbeitet. So kannst Du eine Monographie in Dein Literaturverzeichnis eintragen:

Nachname, Vorname. Jahr. Titel: Untertitel. Ort: Verlag.

Zur leichteren Umsetzung haben wir Dir auch ein konkretes Beispiel erstellt:

Wolfgang Kayser, 1978. Das sprachliche Kunstwerk: eine Einführung in die Literaturwissenschaft. Bern u.a.: Francke.

 

Sammelband

In einen Sammelband sind mehrere Artikel enthalten, die von unterschiedlichen Verfassern geschrieben wurden. Aus diesem Grund muss man diese Kapitel auch einzeln im Literaturverzeichnis angeben. Der Name des Gesamtwerkes wird im Beleg aber immer auch genannt:

Nachname, Vorname. Jahr. „Titel des Kapitels: Untertitel.“ In Titel des Gesamtwerkes: Untertitel, hrsg. v. Vorname Herausgeber Nachname, Seitenzahlen. Ort: Verlag.

Je nach Anzahl der Namen, Länge der Titel oder Nummer der Zusatzinformationen kann der Umfang einer Angabe im Literaturverzeichnis variieren:

Huber, Christoph. 1979. „Wort-Ding-Entsprechungen: Zur Sprach- und Stiltheorie Gottfrieds von Straßburg.“ In Befund und Deutung: zum Verhältnis von Empirie und Interpretation in Sprach- und Literaturwissenschaft, hrsg. v. Klaus Grubmüller, 268-302. Tübingen: Niemeyer.

 

Fachzeitschrift

Für jeden Fachbereich gibt es Periodika, die die neuesten Erkenntnisse aus der Forschung diskutieren. So sieht das Schema aus:

Nachname, Vorname. Jahr. „Titel des Artikels.“ Zeitschriftentitel Band (Heftnummer): Seitenzahlen.

Du weißt nicht genau, wie Du das umsetzen sollst? Hier ist unser Beispiel:

Jannidis, Fotis. 2017. „Perspektiven quantitativer Untersuchungen des Novellenschatzes.“ LiLi: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 47(1): 7-27.

 

Internet

Auch im Internet kann man nützliche Literatur finden. Die Angaben funktionieren wie die oben angegeben Schemata, Du musst nur das Zugriffsdatum und die URL ergänzen:

Nachname, Vorname. Jahr. „Titel des Artikels.“ Zeitschriftentitel Band (Heftnummer): Seitenzahlen. Zugriff Datum. URL.

Vergiss nicht, das Zugriffsdatum oder die URL anzugeben!

Pick, Ulrich. 2017. „Prozess gegen deutsch-türkischen Autor: Akhanli kommt auf freien Fuß.“ tagesschau.de Zugriff 21.08.2017. http://www.tagesschau.de/ausland/akhanli108.html.

 

Zitieren mit dem MLA-Stil

MLA ist die Abkürzung für Modern Language Association. Daran kannst Du schon erkennen, dass dieser Stil extra für Sprachstudien entwickelt wurde. Wenn Du Germanistik, Anglistik oder eine andere Sprache studierst, könnte das also genau der Zitationsstil sein, den Du benötigst.

Kurzbeleg im Text

Der Kurzbeleg im Text besteht nur aus Autor und Seitenangabe:

(Nachname Seite)

Zwischen zwei Autoren steht ein „and“. Wenn noch mehr Autoren mitgewirkt haben, wird nach dem ersten Autor mit einem „et al.“ abgekürzt. Aber hier kommt ein konkretes Beispiel:

(Vintr 30).

 

Das Eintragen ins Literaturverzeichnis

 

Monographie

Auch hier beginnen wir mit der Monographie:

Nachname, Vornahme, and Nachname, Vorname. Titel: Untertitel. Verlag, Jahr.

Du möchtest ein konkretes Beispiel sehen?

Vintr, Josef. Einführung in das Studium des Tschechischen: Sprachwissenschaftliche Grundbegriffe. Sagner, 1982.

 

Sammelband

Der Beleg für einen Sammelband ähnelt dem einer Monographie sehr:

Nachname, Vorname. „Titel von Artikel: Untertitel.“ Titel des Sammelbandes, edited by Vorname Nachname, Verlag, Jahr, pp. Seitenzahlen.

Achte bei diesem Beispiel darauf, dass bei zwei Beteiligen vor dem „and“ auch ein Komma gesetzt wird:

Boas, Hans C. „Zur Architektur einer konstruktionsbasierten Grammatik des Deutschen.“ Grammatik als Netzwerk von Konstruktionen: Sprachwissen im Fokus der Konstruktionsgrammatik, edited by Alexander Lasch, and Alexander Ziem, De Gruyter, 2014, pp. 37-64.

 

Periodika

Auch dieser Zitationsstil hat bestimmte Vorgaben für das Zitieren einer Fachzeitschrift:

Nachname, Vorname. „Titel des Artikels.“ Titel der Zeitschrift, vol. XY, no. XY, Monat Jahr, p. Seitenzahl.

Werber, Niels. „Das Populäre und das Publikum.“ LiLi: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 46(4): 469-477.

 

Internet

Monographien, Sammelwerke und Periodika werden wie oben beschrieben zitiert und durch das Datum und die URL ergänzt:

Nachname, Vorname. Oder Institution. „Titel des Artikels.“ Titel der Quelle, Datum, URL.

Esslinger, Detlef. „Wie Sprache bestimmt, wen man wählt.“ Süddeutsche Zeitung, 21.08.2017, http://www.sueddeutsche.de/politik/sprache-und-politik-wie-sprache-bestimmt-wen-man-waehlt-1.3315629?reduced=true.

Mit unserer Checkliste kannst Du überprüfen, ob Du an alles gedacht hast. Um weitere Zitierstile kennen zu lernen oder mehr über das Zitieren zu erfahren, schau Dir doch die Artikel unseres Guides zum Zitieren an. Viel Erfolg!

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