Wissenschaftlicher Stil
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Was ist ein wissenschaftlicher Schreibstil?

„Die ersten Strahlen des orangeroten Sonnenaufgangs senkten sich herab auf die gespannten Gesichter der ersten Befragungsteilnehmer …“ Oder sieht ein wissenschaftlicher Schreibstil doch anders aus?

Wissenschaftlicher Schreibstil?

Wir wissen, wie ein Romanautor schreibt. Wir haben genug Zeitungsartikel gelesen, um zu wissen, wie Journalisten schreiben. Aber was genau ist ein wissenschaftlicher Schreibstil?  Um das Geheimnis um einen guten wissenschaftlichen Schreibstil zu lüften, haben wir Dir hier ein paar Merkmale für Deine nächste Arbeit zusammengefasst.

 

Korrekte und einfache Sprache

Sehr wichtig und auch nicht besonders geheimnisumwoben ist, dass Rechtschreibung und Grammatik stimmen sollten. Lass vor der Abgabe lieber noch eine zweite Person Deine Arbeit lesen. Viele Fehler übersiehst Du in Deiner eigenen Arbeit leichter.

Eine wissenschaftliche Arbeit soll ein Problem oder eine Fragestellung lösen und nicht selbst ein Rätsel darstellen. Für die Leserschaft ist es sehr viel angenehmer, wenn Dein Schreibstil einfach und präzise ist. Es mag zwar in der Wissenschaft teilweise wirken, als ob es einen Wettbewerb der komplizierten Schachtelsätze gibt. Ein roter Faden in Deiner Argumentation ist aber sehr viel besser zu erkennen, wenn er nicht von umständlichen Konstruktionen verdeckt wird. Es ist vielmehr eine Kunst, einen komplizierten Sachverhalt einfach darzustellen, ohne dass etwas verloren geht.

 

Entwirrt und eindeutig

Nutze kurze und prägnante Sätze mit möglichst wenigen Nebensätzen. Bandwurmsätze, die sich über mehrere Zeilen erstrecken, erschweren nur den Lesefluss. Auch bei Wortmonstern, die aus mehreren Wörtern zusammengesetzt sind, muss der Leser genauer hinschauen. Besonders im juristischen Bereich sind diese besonders beliebt. Das „Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz“, ein besonders langes Exemplar, gab es wirklich. Überleg lieber, ob es auch eine einfachere Form gibt.

Auch Fremdwörter können einen Text unnötig verkomplizieren. Wenn Du den Sachverhalt auch klar und präzise formulieren kannst, ohne komplizierte Ausdrücke zu verwenden, dann bleib dabei. Fremdwörter sind nur sinnvoll, wenn allein sie den Sachverhalt angemessen beschreiben können. Wenn das der Fall ist, sollten sie knapp erklärt und einheitlich verwendet werden. Mit Fachbegriffen ist das anders. Fachbegriffe helfen, einen Sachverhalt klar zu definieren. Durch ihre Standardisierung werden Missverständnisse durch unterschiedliche Wortdefinitionen vermieden. Nutze also die passenden Fachbegriffe in Deiner Arbeit. Wichtig ist hier, dass Du diese richtig verwendest.

 

Wissenschaftlicher Schreibstil: nüchtern, distanziert und sachlich

Ein wissenschaftlicher Stil ist nüchtern. Du musst keinen Spannungsbogen aufbauen und auch keine besonders schillernden Beschreibungen finden. Auch doppelte Verneinungen machen es unnötig kompliziert. Ausrufezeichen und Sprichwörter sind hier genauso fehl am Platz wie Floskeln oder Wertungen. Deine Arbeit soll zu einem wissenschaftlichen Ergebnis kommen, das nicht durch Deine Meinung beeinflusst ist. Das mag für den Anfang etwas ungewohnt sein, ist aber wichtig für die Qualität Deiner Arbeit. Achte auch darauf, ob Du unnötige Füllwörter verwendest. Auch ohne „ziemlich“, „etwa“, „offenbar“ und „aber“ ergibt Dein Satz oft noch einen Sinn. Adjektive, besonders wertende, sind eher sparsam einzusetzen. Auch Substantive können den Lesefluss erschweren. Achte darauf, nicht zu viele Nominalisierungen zu verwenden. Statt „… gab eine Erklärung ab“ genügt auch „… erklärte“. Durch Nominalisierungen schleichen sich auch viele passive Formulierungen ein. Versuche, diese selten zu verwenden und möglichst aktiv zu schreiben.

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