Die Verteidigung Deiner Dissertation ist das Finale Deiner Unikarriere. Hier findest Du Beispielfragen, Tipps für die Präsentation, den Kleidungsstil ...
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Die Verteidigung der Dissertation – so gelingt‘s

Du hast Monate, vielleicht sogar Jahre fast ausschließlich für Deine Doktorarbeit gelebt. Du hast jedes Mal, wenn Dein Betreuer Dich dazu aufgefordert hat, gewissenhaft und treu den Stand der Dinge wiedergegeben und Verbesserungsvorschläge eingearbeitet. Du hast Deine Arbeit abgeschlossen, ausgedruckt und ordentlich gefeiert.

Nun ist es Zeit für den letzten Schritt auf dem Weg zum Doktortitel: die Verteidigung Deiner Dissertation. Wenn Du die folgenden Promotion-Insider-Tipps befolgst, kannst Du Dein Prüfungskomitee beeindrucken und Dich innerhalb kürzester Zeit mit dem Doktortitel schmücken.

Vor Beginn der Verteidigung solltest Du Dir dafür Zeit nehmen:

 

Prepare Your Presentation

Mit einer gut vorbereiteten Präsentation kannst Du Dich selbst beruhigen und Deine Prüfer beeindrucken. So mancher unangenehmen oder unpassenden Nachfrage kann so vorgebeugt werden:

 

1-Seiten Abstract

Schreibe die Zusammenfassung Deiner Dissertation so, dass sie leicht und verständlich zu lesen ist. Prüfe die Lesbarkeit am besten mit fachfremden Freunden oder Verwandten.

 

Kopien der Präsentationsfolien

Verwende einen Clip oder eine große Büroklammer, damit die Komiteemitglieder die einzelnen Seiten leicht und schnell bearbeiten können. Versuche, mit nicht mehr als drei Folien pro Minute auszukommen.

 

Liste der Publikationen und Vorträge Deiner Dissertation

Wenn Du Deine Dissertation bereits veröffentlicht oder sie im Zusammenhang mit anderem Material in Fachzeitschriften oder auf Konferenzen präsentiert hast, solltest Du dies auf einer gesonderten Folie Deiner Präsentation veranschaulichen.

 

Prepare the Room

Du wirst Dich besser auf Deine Präsentation konzentrieren können, wenn Du alle logistischen, organisatorischen und anderen wichtigen Dinge vorher geplant hast. Komm am besten zeitig an den Ort des Geschehens und stelle sicher, dass die folgenden Dinge in Ordnung sind:

 

Erfrischungen

Wenn Du mit der Verteidigung der Dissertation gleich als erstes am Morgen dran bist, sind beispielsweise Kaffee und Bagels eine gute Wahl. Beachte dabei, mit was für Menschen Du es im Komitee zu tun hast. Vielleicht ist auch ein Teetrinker darunter. Zumindest Wasser und Kekse sollten jederzeit zur Verfügung stehen – das hebt die Stimmung.

 

Videokonferenz-Arrangements

Wenn Du ein Komiteemitglied aus der Ferne per Videozuschaltung in die Verteidigung miteinbeziehen musst, erstelle rechtzeitig einen Zeitplan und teste das Remote-Conferencing-Setup mindestens 15 Minuten, bevor Du die Präsentation startest. Wenn Du nicht computerbewandert bist, besprich Dich mit jemandem aus der IT-Abteilung. Sorge auch dafür, dass der Zugeschaltete Deine Folien sehen kann.

 

Gerätetest

Darüber hinaus solltest Du im Vorfeld sicherstellen, dass das WLAN funktioniert und alle Computer, Projektoren und Mikrofone angeschlossen und funktionstüchtig sind. Wenn die technischen Dinge einwandfrei ihren Dienst tun, kannst Du Dich leichtfüßiger zwischen Deinen Folien bewegen und Dich auf Deinen Vortrag konzentrieren.

In der Verteidigung selbst können Dir diese Tipps helfen:

 

Who I am

Starte am besten mit einer kurzen und knackigen Darstellung Deines persönlichen Hintergrunds. Erkläre, wo Du Deine vorherigen Abschlüsse gemacht und inwiefern sie Dich beeinflusst haben. Erläutere, an welchen Universitäten Du bereits geforscht, gelehrt oder gelernt hast und wie lange Du an der jetzigen promotionsbetreuenden Uni bist.

 

Focus  this is my dissertation

Die meisten Ausschussmitglieder des Prüfungskomitees werden einen Großteil Deiner Dissertation gelesen haben. Du kannst Ihnen jedoch sehr dabei helfen, sowohl die Tiefe und die möglichen Auswirkungen Deiner Forschung zu beurteilen, wenn Du Deine Präsentation auf das Wesentliche fokussiert hältst und Überflüssiges aussparst. Konzentriere Dich auf die Verteidigung Deiner Dissertation.

 

We’ve five questions…

Diese fünf Standardfragen werden Dir mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch in Deiner Dissertationsdiskussion begegnen:

 

1. Welche Forschungslücke konntest Du im bisherigen Stand der Forschung ausmachen?

Versuche darzustellen, inwieweit Du Dich mit welchen bereits untersuchten Parametern in Deinem gewählten Forschungsfeld auseinandergesetzt hast und warum. Wie hast Du Deiner Meinung nach eine Forschungslücke aufgetan, was waren Deine Pläne, um diese zu schließen?

 

2. Welches Problem/welche Forschungsfrage hast Du untersucht?

Beschreibe dies kurz und bündig. Sprich über Deine ursprünglichen Beobachtungen, Deine Hypothese und darüber, was Du mit Deinen Nachforschungen erreichen wolltest. Welches Ergebnis hast Du erwartet, bevor Du tatsächlich angefangen hast, tiefgründiger in die Materie einzusteigen?

 

3. Welche Ergebnisse konntest Du feststellen?

Erläutere Deine Erkenntnisse, vergleiche sie mit verwandten Arbeiten und lege dem Komitee dar, ob und wie sie mit Deinen ursprünglichen Vorhersagen übereinstimmen (oder Neues zu Tage gebracht haben).

 

4. Interpretiere Deine Ergebnisse und biete einen Ausblick

Deine Forschungsarbeit ist sowohl zeitlich als auch ressourcenmäßig begrenzt. Limited, sozusagen. Versuche, Deine Ergebnisse im Hinblick auf zukünftige Forschungsmöglichkeiten zu interpretieren, verweise auf mögliche Anknüpfungspunkte und lege dem Komitee so dar, dass Deine Dissertation im Optimum quasi einen wichtigen Samen für einen neuen Forschungsbaum gesät hat.

 

5. Warum ist genau Deine Forschungsleistung wichtig?

Erkläre, wie ausgerechnet Deine Forschung dazu beitragen kann/konnte, derzeitige Praktiken in Deinem Bereich zu ändern, zu widerlegen oder voranzubringen. Finde eine Antwort auf folgende Frage: Wie kann es mit dem Thema weitergehen und warum lohnt sich das?

 

What’s the question of the questions?

Wenn Du Deine Dissertation z.B. bereits auf einer Konferenz vorgestellt hast, wirst Du feststellen, dass sich die Fragen in der Prüfung mit denen aus dem Fachpublikum ähneln. Einige Standardfragen, auf die Du Dich vorbereiten solltest, sind:

 

1. Was meinen Sie mit „funktioniert besser“/„liefert bessere Ergebnisse“ als die bisherigen Methoden?

Sei mit vergleichenden Aussagen während Deiner Präsentation vorsichtig und stets auf das Hinterfragen dieser Statements vorbereitet. Wenn Du sagst, dass Dein Verfahren oder Dein Produkt „besser funktioniert“, wenn Du es „optimal“ nennst oder auch wenn Du dazu neigst, es als „schneller“ als etwas anderes zu bezeichnen, dann musst Du auch darauf gefasst sein, dass ein Professor Dich bittet, Deine Aussage zu quantifizieren.

 

2. War das Ihre Erkenntnis oder die eines Teams?

Vermeide das Wort „ich“ während der Präsentation, wenn andere Dich bei Deiner Forschung unterstützt haben. Achte besonders darauf, auch Deinen Mitstreitern mit der „Wir“-Form Respekt und Anerkennung zu zollen, wenn dies angemessen ist.

 

3. Also in meiner Forschung… bei Ihnen nicht?

Manchmal Dozenten stellen Fragen, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Stelle sicher, dass Deine Arbeit den Mittelpunkt in Diskussion und Raum darstellt und nicht ins Hintertreffen gerät, weil Du damit beschäftigt bist, abteilungspolitische und auf Effekthascherei basierende Fragen zu beantworten.

 

Prepare Yourself

Zu guter Letzt solltest Du Dich selbst natürlich auch wohlfühlen. Trage die berühmte „dem Anlass entsprechende Kleidung“. Trotzdem sollte sie bequem sein. Iss vor der Verteidigung ordentlich, auch, wenn Du eigentlich gar keinen Hunger hast. Bring viel Wasser mit. Und auch, wenn es schwerfällt: Versuche, entspannt an die Sache heranzugehen. Sei Du selbst, überzeuge die anderen und rock das Ding!

Gut vorbereitet wirst Du das Prüfungskomitee sicherlich von Deinem verdienten Platz in der Gemeinschaft der Wissenschaftler überzeugen.

Wir wünschen Dir viel Erfolg!

 

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