Welche Versicherungen Du wirklich brauchst, welche nur in speziellen Fällen sinnvoll sind und bei welchen Du dem Versicherungsvertreter absagen kannst ...
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Welche Versicherungen brauchst Du wirklich?

Studieren ist Freiheit. Tun und lassen, was Du willst. Reisen, feiern, Spaß haben. Damit Du das Leben unbesorgt genießen kannst, solltest Du Dich für den Fall der Fälle gut absichern – sonst wird’s ganz schön teuer.

Welche Versicherungen Du wirklich brauchst, welche nur in speziellen Fällen sinnvoll sind und bei welchen Du dem Versicherungsvertreter getrost die Tür vor der Nase zuschlagen kannst:

Wenn Du unter 25 bist, Dein Verdienst nur bis zu 450 Euro im Monat beträgt (Minijob!) und Du nicht mehr als 14 Semester studiert hast, gilt in der Regel: Daddy zahlt. Und zwar für Dich in der Familienversicherung (umfasst Kranken- und private Haftpflichtversicherung). Mehr brauchst Du in den jungen Jahren zunächst nicht. Wirst Du älter oder verdienst mehr Kohle, sieht das allerdings anders aus.

 

Krankenversicherung – Must Have Nr. 1!

Die Krankenversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben und jeder braucht sie. So manch Studierender ganz besonders (Merke: ohne Krankenversicherung keine „gratis“ Arztbesuche, ohne Arzt keine Bescheinigung, ohne Bescheinigung Prüfungen immer dann schreiben müssen, wenn sie angesetzt sind). Aber Spaß beiseite. Bis zum vollendeten 25. Lebensjahr bist Du in der Regel in der Familienversicherung mitversichert. Soweit Du in Deinem Neben- bzw. Minijob nicht mehr als 450 Euro verdienst. Verdienst Du mehr oder bist über 25, gilt die Studentenversicherung. Hier kannst Du Dich zu einem verhältnismäßig günstigen Tarif (um die 77 Euro im Monat) bis zum vollendeten 14. Semester versichern. Gehörst Du zu den notorischen Langzeitstudierenden, musst Du allerdings spätestens nach dem 14. Semester und mit über 30 den vollen Versicherungssatz blechen. Egal, wie Dein Einkommen ausschaut. Übrigens: Auch wenn Du ein Urlaubssemester auf den Malediven einlegst: Die Versicherungspflicht besteht auch hier!

Du hast tatsächlich vor, ins Ausland zu reisen? Dann lohnt es sich, eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen (wichtigste Punkte hier: Der Krankenrücktransport und die Behandlungskosten!). Die kannst Du bequem über die Familienversicherung beantragen, musst allerdings Zusatzbeiträge zahlen. Denn anders als bei der Inlands-Krankenversicherung endet der Schutz über die Grenzen hinaus bereits zwischen 17 und 20 Jahren.

Solltest Du für längere Zeit im europäischen Ausland studieren, lohnt eine ergänzende Auslandskrankenversicherung. Im außereuropäischen Ausland (z.B. USA), ist eine private Krankenversicherung nötig! Die gesetzlichen Kassen zahlen hier nicht.

Diese Angaben gelten übrigens für die gesetzlichen Kassen. Wenn Deine Eltern privat versichert sind, bist Du in der Regel nicht beitragsfrei Familienversichert! Erkundige Dich hier am besten nochmal bei Deiner Krankenkasse.

Solltest Du Dich für eine private Krankenversicherung während des Studiums entschieden haben, ist eins zu beachten: Es gibt kein Zurück mehr!

 

Private Haftpflicht –Must Have Nr. 2!

Du bist viel unterwegs, ständig probierst Du neue Sachen aus und dabei gehen auch ab und an (ob versehentlich oder mit voller Absicht) ein paar Dinge zu Bruch? Bei der letzten Nerf-Gun-Session hast Du gar den Laptopbildschirm Deines Kumpels geschrottet? Dann bist Du mit einer Haftpflichtversicherung gut beraten. Nicht nur bei Sach- sondern auch bei Personenschäden kann sie Dir helfen, viel Geld zu sparen. Wenn Du vor Deinem Studium nicht schon berufstätig warst – und noch nicht den Bund der Ehe eingegangen bist – bist Du übrigens bis zum Ende Deiner Ausbildung bei Deinen Eltern in der Privathaftpflicht mitversichert.

Du hast ein Auto? Dann solltest Du Dir Gedanken über eine Autohaftpflicht- bzw. Kfz-Versicherung machen. Für Studierende ist sie leider meist relativ teuer – ca. 900 Euro im Jahr. Günstiger wird es, wenn Du den Führerschein bereits über 3 Jahre besitzt. Am besten kommst Du weg, wenn Du Dein Auto über Deine Eltern versicherst.

 

Berufsunfähigkeitsversicherung – Nice To Have

Hier geht’s schon um Rente. Manchmal lohnt es sich, mit der Vorsorge für später schon frühzeitig loszulegen. Wenn Du allerdings schon Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zahlst (auch bei einem Minijob möglich!) brauchst Du im Studium noch keine Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie ist, wie der Name schon sagt, dazu da, Dir im Falle einer Berufsunfähigkeit (z.B. durch einen Unfall) mit einer kleinen Zusatz-Rente zu versorgen. Eine studentische Versicherung kostet je nach Alter zwischen 20 und 50 Euro im Monat. Wenn Du Dich unbedingt in alle Richtungen absichern möchtest, solltest Du unbedingt auf die Beitragshöhe, die Laufzeit und sonstige Bedingungen achten – die Berufsunfähigkeit droht jedoch eher in höherem Alter.

 

Unfallversicherung – Not Absolutely Necessary

Die gesetzliche Unfallversicherung schützt Dich auf dem Weg von und zur Uni. Wenn Du zusätzlich Arbeiten gehst, bist Du auch hier auf dem Arbeitsweg versichert. Passiert Dir etwas in der Uni oder auf der Arbeit, greift in der Regel ebenfalls die gesetzliche Unfallversicherung (soweit es als Arbeitsunfall eingestuft wird).

Übst Du allerdings ein gefährliches Hobby (Rafting, Klettern, Surfen etc.) aus, kann es ratsam sein, eine Zusatzversicherung abzuschließen.

 

Hausratversicherung – Just For Flat-Owners

Du hast schon jetzt ein Haus oder eine eigene Wohnung? Glückwunsch. Das kann teuer werden. Durch eine Hausratsversicherung kannst Du Schäden nach Feuer, Rohrbruch und Co. leichter ersetzten. Gehörst Du noch nicht zu den Eigentümern, brauchst Du auch keine Hausratsversicherung.

Du willst auf Nummer sicher gehen? Solang Du beispielsweise in einer WG wohnst, kann die Versicherung der Eltern teilweise auch hier greifen –Du musst es dieser dann nur auch mitteilen.

 

Das Allerwichtigste ist also die Krankenversicherung. Danach folgt die Haftpflicht. Weitere Versicherungen sind optional und je nach Lebenssituation mehr oder weniger notwendig.

 

Übrigens:

Wenn Du Bafög-Empfänger bist und Dich bereits selbst versichern musst, kannst Du für die Krankenversicherung einen Zuschuss beantragen.

Wenn Du Deinen Studentenstatus bei der Krankenversicherung über die Höchstdauer verlängern möchtest (Überschreitung des 30. Lebensjahres und des 14. Fachsemesters), kann Du dies tun, wenn Du

  • einen Schwerbehindertenausweis besitzt
  • die Studiumsvoraussetzungen über den zweiten Bildungsweg erlangt hast
  • bei einem Zulassungsverfahren der ZVS abgelehnt wurdest
  • länger erkrankt warst (nachweislich)
  • in einem Hochschulgremium arbeitest
  • ein Kind bekommen hast und dies betreuen musst
  • den Wehr- oder Zivildienst geleistet hast
  • ein behindertes Familienmitglied betreuen musst

 

Was es noch an Versicherungen gibt, Du als Studi aber nicht brauchst:

  • Risikolebensversicherung
  • Krankenhaustagegeld oder Krankentagegeld
  • Privater Rechtsschutz
  • Glasversicherung

Eine gute Übersicht über alle Versicherungen und die verschiedenen Tarife findest Du u.a. bei Stiftung Warentest.

 

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