Kleines Lexikon der Personen an der Uni
Academic Life, Everything else

WiMi, HiWi und Postdoc – kleines Uni-Lexikon

Du blickst noch nicht ganz durch und brauchst ein kleines Uni-Lexikon? Wir helfen Dir durch den Dschungel der Begriffe!

Wer noch nicht studiert, hat ein recht einfaches Bild von den Lehrenden und der Lehre an der Universität im Kopf: Die „Lehrer“ an der Uni heißen Professoren und halten Vorlesungen. Nach den ersten Tagen an der Uni wird jedoch schnell klar, dass es sich zum einen bei den meisten Lehrveranstaltungen mitnichten um Vorlesungen handelt, und dass außerdem die wenigsten „da vorne“ Professoren sind. Es gibt einen ganz schönen Wust unterschiedlicher Bezeichnungen, den viele bis zum Ende ihres Studiums nicht ganz durchschaut haben. Unser Uni-Lexikon hilft weiter!
 

Akademischer Rat

Was ist ein akademischer Rat? Ein Akademischer Rat ist ein verbeamteter Wissenschaftlicher Mitarbeiter, dessen Hauptaufgabe in der Regel in der Lehre liegt. Es handelt sich um eine Beamtenstelle im höheren Dienst. Voraussetzung ist eine qualifizierte Promotion, damit ist normalerweise gemeint, dass die Promotion mindestens mit „magna cum laude“ abgeschlossen worden sein sollte. Ein Akademischer Rat erhält oft eine Stelle auf Lebenszeit, es gibt aber auch den Akademischen Rat auf Zeit, bei dem das Beschäftigungsverhältnis zeitlich begrenzt ist. Häufig wird diese Zeit genutzt, um eine Habilitationsschrift anzufertigen. Wer den Posten eines Akademischen Rats inne hat, kann im Laufe der Zeit zum Akademischen Oberrat, zum Akademischen Direktor und zum Leitenden Akademischen Direktor aufsteigen.
 

Dekan

Was ist ein Dekan? Ein Dekan wird vom Fachbereichsrat oder Fakultätsrat gewählt, um für einen bestimmten Zeitraum einen Fachbereich bzw. eine Fakultät zu leiten. Üblich sind ca. vier Jahre. Die genauen Aufgaben, die mit diesem Posten einhergehen, sind in den jeweiligen Landeshochschulgesetzen festgelegt. Viele Verpflichtungen sind verwaltungstechnischer Natur, der Dekan übernimmt aber auch eine Vielzahl repräsentativer Aufgaben. Um diesem Pensum gerecht werden zu können, wird die Person, die in dieses Amt gewählt wird, von einem Großteil ihrer üblichen Aufgaben entbunden. Dies betrifft zum Beispiel das Durchführen von Lehrveranstaltungen, denn der Dekan wird aus dem Professorenkreis einer Fakultät gewählt.
 

Doktorand

Was ist ein Doktorand? Als Doktoranden bezeichnet man alle Studierende, die sich im Promotionsstudium und damit im Dissertationsprozess befinden.
 

Dozent

Was ist ein Dozent? Dozent (vgl. lat. docere, lehren, unterrichten, unterweisen) ist eine allgemeine Bezeichnung für alle, die an Hochschulen lehren. Lehrveranstaltungen werden an Hochschulen u.a. von Wissenschaftlichen Mitarbeitern, Lehrbeauftragten, Professoren etc. durchgeführt.
 

Dr.

Was bedeutet „Dr.“? Der Doktor ist in Deutschland der höchste akademische Grad (niedrigere akademische Grade sind z.B. der Bachelor, der Master, das Diplom, der Magister etc.). Er ist damit ein Studienabschluss, der ein Promotionsstudium abschließt. Hierzu muss eine Doktorarbeit eingereicht, verteidigt und veröffentlicht werden. Das Vorhandensein bzw. Nicht-Vorhandensein eines Doktortitels sagt also erst einmal nichts über die Position einer Person an der Universität aus – allerdings ist die Promotion für viele weitere Karriereschritte Pflicht.
 

Dr. habil.

Was bedeutet „Dr. habil.“? Wer sich habilitiert hat, hat die höchste Hochschulprüfung abgelegt. Voraussetzung ist in erster Linie die Promtion, aber auch der Nachweis von Veröffentlichungen, Lehrerfahrung und ein einwandfreies Führungszeugnis. Das Verfahren der Habilitation ähnelt dem der Promotion – es wird eine wissenschaftliche Arbeit, die Habilitationsschrift, unter der Betreuung eines Habilitationsvaters bzw. einer Habilitationsmutter angefertigt. Anschließend folgen ein Fachvortrag, ein Kolloquium bzw. eine Verteidigung, und schließlich eine öffentliche Vorlesung. Mit der Habilitation geht die Lehrbefähigung einher – diese ist Voraussetzung für die Lehrberechtigung. Wer die Lehrberechtigung, also die Berechtigung, selbstständig zu lehren, zu prüfen und beispielsweise Doktorarbeiten zu betreuen, erworben hat, darf sich → PD (Privatdozent) nennen. Der Unterschied zwischen Lehrberechtigung und Lehrbefähigung ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In manchen Bundesländern geht mit der Habilitation sofort die Lehrberechtigung einher, in anderen muss dafür regelmäßige Lehre nachgewiesen werden.
 

HiWi

Was bedeutet „HiWi“? „HiWi“ steht umgangssprachlich für „Hilfwissenschaftler“, die korrekte Bezeichnung lautet jedoch Wissenschaftliche Hilfskraft oder Studentische Hilfskraft. Diese Beschäftigung wird meist von Studierenden ausgeführt, theoretisch kann man jedoch auch nach Verlassen der Uni als Hilfskraft angestellt sein. Die Aufgaben liegen in unterstützenden Tätigkeiten in der Forschung und Lehre, aber auch in der Verwaltung der Hochschule. Es gibt daher ganz verschiedene HiWi-Tätigkeiten mit ganz unterschiedlichem Beschäftigungsumfang , z.B. im Studienbüro, im Labor, in Forschungsprojekten etc. Viele HiWis arbeiten für einen Professor oder Wissenschaftlichen Mitarbeiter persönlich. Auch wer Tutorien leitet, ist oft als Wissenschaftliche Hilfskraft angestellt.
 

Juniorprofessor

Was ist ein Juniorprofessor? Die Juniorprofessur ist eine recht neue Form der Professur in der deutschen Hochschullandschaft – erst seit 2002 gibt es sie an den Unis. Während ein „normaler“ Professor in der Regel habilitiert ist, ist dies keine Voraussetzung für die Besetzung einer Juniorprofessur. Vielmehr sollen diese Stellen begabten Nachwuchswissenschaftlern mit herausragender Promotion möglichst früh den Zugang zu unabhängiger Forschung und Lehre ermöglichen. Ziel ist der nahtlose Übergang zu einer Professur auf Lebenszeit, die Juniorprofessur stellt somit eine Alternative zum üblichen Weg über die Habilitation dar. In der Regel sind Juniorprofessoren für ca. vier Jahre verbeamtet, seltener auch angestellt.
 

Kanzler

Was ist der Kanzler? Der Begriff Kanzler wird an der Hochschule für den Posten des Verwaltungsleiters verwendet. In dessen Verantwortungsbereich fallen Haushalts-, Rechts- und Vewaltungsangelegenheiten. Das Amt des Kanzlers und des Präsidents ergänzen sich: Der Kanzler erfüllt die Vorgesetztenfunktion gegenüber dem nicht-wissenschaftlichen Personal, während der Präsident für das wissenschaftliche Personal verantwortlich ist. Allerdings ist der Präsident wiederum der Dienstvorgesetzte des Kanzlers. Der Kanzler gehört außerdem dem Präsidium bzw. Rektorat als Mitglied an. Die Amtzeit ist von Universität zu Universität unterschiedlich, in der Regel liegt sie bei ca. acht bis zehn Jahren. Häufig bildet der Kanzler gemeinsam mit Präsident und Vizepräsidenten die Hochschulleitung.
 

Lehrbeauftragter

Was ist ein Lehrbeautragter? Lehrbeauftragte führen, wie der Name schon vermuten lässt, Lehrveranstaltungen an der Universität durch – die Besonderheit liegt darin, dass sie keine Beschäftigten der Uni sind. Sie sind stattdessen freie Mitarbeiter und schließen zum Beispiel Honorarverträge mit der Universität. Es kann sich dabei um Wissenschaftler, aber auch um Menschen aus der Praxis handeln. In den meisten Bundesländern müssen Lehrbeauftragte jedoch ein abgeschlossenes Hochschulstudium vorweisen können.
 

PD

Was bedeutet „PD“? Die Abkürzung PD, seltener „Priv.-Doz.“, steht für „Privatdozent“. Ein Privatdozent hat sich habilitiert und verfügt wie ein Professor über eine Lehrberechtigung und darf beispielsweise Doktorarbeiten betreuen. Im Gegensatz zu einem Professor hat er jedoch keinen Lehrstuhl inne. Der Begriff wird jedoch nicht ganz einheitlich verwendet, da sich auch hier die Landeshochschulgesetze unterscheiden. In vielen Ländern wird zwischen Lehrbefähigung und Lehrberechtigung unterschieden: Wer sich erfolgreich habilitiert, erhält zunächst nur die Lehrbefähigung und darf sich „Dr. habil.“ nennen. Die Bezeichnung PD darf nur verwendet werden, wenn zusätzlich die Lehrberechtigung erworben wird. In anderen Ländern wird mit der Habilitation automatisch auch die Lehrberechtigung vergeben und die Bezeichnung Privatdozent darf sofort geführt werden.
 

Ph.D.

Was bedeutet „Ph.D.“? Ph.D. ist eigentlich kein Begriff des deutschen Hochschulsystems, durch die fortschreitende Internationalisierung des Wissenschaftsbetriebs stößt man jedoch vermehrt auf diesen Begriff. Ph.D. steht für philosophiae doctor bzw. Doctor of Philosophy. Es handelt sich allerdings nicht ausschließlich um einen Abschluss in den philosophischen Fächern, vielmehr kann dieser Titel in allen möglichen Fachrichtungen erworben werden. Es handelt sich – grob gesagt – um das Pendant des deutschen Doktortitels im englischsprachigen Raum.
 

Postdoc

Was ist ein Postdoc? Ein Postdoc – seltener wird die deutsche Bezeichnung Postdoktorand verwendet – ist ein Nachwuchswissenschaftler, der seine Promotion beendet hat und nach der Promotionsphase eine so genannte Postdoc-Stelle besetzt. Das sind befristete Stellen unterschiedlicher Natur, häufig aber in drittmittelfinanzierten Forschungsprojekten, die speziell für frisch Promovierte vorgesehen sind.
 

Präsident

Was macht der Präsident der Hochschule? Der Präsident ist der Leiter der Universität und ihr akademisches Oberhaupt. Seine Aufgaben sind vielfältig: Er leitet das Präsidium (also die Hochschulleitung), vertritt die Universität nach außen, ist verantwortlich für die Ausführung von Senatsbeschlüssen, übt in vielen Angelegenheiten ein Vetorecht aus u.v.m. Grob zusammengefasst ist er in letzter Instanz verantwortlich für die Geschicke der Uni. Die Amtszeit des Präsidenten ist nicht deutschlandweit einheitlich geregelt, in der Regel sind es etwa sechs Jahre.
 

Prodekan

Was ist ein Prodekan? Ein Prodekan vertritt den Dekan und unterstützt ihn in seinen Aufgaben, beispielsweise in der Finanzverwaltung und der Vor- und Nachbereitung von Sitzungen der Fachbereichsgremien. Er wird ebenfalls vom Fachbereichsrat bzw. Fakultätsrat gewählt.
 

Professor

Was macht ein Professor? Generell gilt: Professor ist, wer eine Professur inne hat. Damit handelt es sich in der Hauptsache um eine Berufsbezeichnung bzw. eine Amtsbezeichnung. „Professur“ ist dabei nicht mit „Lehrstuhl“ gleichzusetzen – wer einen Lehrstuhl besetzt, ist zwar immer Professor, aber umgekehrt ist die Bezeichnung „Prof.“ nicht zwangsweise an einen Lehrstuhl gekoppelt. Im Gegensatz zum Doktor handelt es sich hierbei nicht um einen akademischen Grad. Häufig wird ein „Prof.“ vor dem Namen als Titel bezeichnet – akademische Titel gibt aus juristischer Sicht aber nur in manchen Bundesländern, z.B. in Sachsen.
 
Außerdem unterscheidet man zwischen verschiedenen Formen der Professur – so gibt es Universitätsprofessuren, Stitftungsprofessuren, außerordentliche Professuren, Honorarprofessuren, Seniorprofessuren etc. Diese unterschiedlichen Bezeichnungen resultieren aus der Art, wie die Professur mit der Universität verbunden ist. Eine Besonderheit stellen Ehrenprofessuren dar, hiermit können Menschen, die beispielsweise besondere künstlerische Leistungen erbracht haben, aber nicht zwangsweise eine akademische Laufbahn eingeschlagen haben, geehrt werden.
 

Promovend

Was ist ein Promovend? Siehe → Doktorand.
 

Prorektor

Was ist ein Prorektor? Die Prorektoren entsprechen in einer universitären Struktur, in der die Hochschulleitung Rektorat genannt wird, den → Vizepräsidenten.
 

Rektor

Was macht der Rektor der Uni? An vielen Universitäten wird statt der Bezeichnung Präsident die Bezeichnung Rektor verwendet. Die Hochschulleitung wird dann dementsprechend nicht als Präsidium, sondern als Rektorat bezeichnet. Vizepräsidenten heißen dann Prorektoren.
 

Studiendekan

Was ist ein Studiendekan? Studiendekane gibt es inzwischen an den meisten Universitäten. Wie Prodekane sollen sie den Dekan entlasten, in den meisten Fällen sind Studiendekane auch gleichzeitig Prodekane. Im Gegensatz zum normalen Prodekan hat der Studiendekan seinen Arbeitsschwerpunkt allerdings in der Akademischen Lehre. Deshalb wird der Studiendekan auch alternativ als „Prodekan für die Lehre“ bezeichnet.
 

Vizepräsident

Was macht der Vizepräsident der Universität? Vizepräsidenten (bzw. → Prorektoren) unterstützen den Präsidenten in seinen Aufgaben. Dabei sind sie oft für einen speziellen Bereich zuständig. Wie viele Vizepräsidenten es gibt und für was sie verantwortlich sind unterscheidet sich von Uni zu Uni. So gibt es z.B. an der Uni Mainz einen Vizepräsidenten für Studium und Lehre und einen für Forschung, während es in Frankfurt am Main vier Vizepräsidenten mit den Aufgabenbereichen Lehre, Internationalisierung, Akademische Infrastruktur und Third Mission gibt.
 

WiMi

Was bedeutet „WiMi“? „Wissenschaftlicher Mitarbeiter“ ist ein Begriff für Angestellte der Hochschule, die wissenschaftliche Tätigkeiten ausüben. Sie können beispielsweise an einem Lehrstuhl angestellt sein oder an einem Forschungsprojekt mitarbeiten. Oft arbeiten Doktoranden, Post-Docs und Habilitanden als „WiMi“ – es handelt sich also um einen Oberbegriff. Neben Forschungstätigkeiten gehören in der Regel auch das Durchführen von Lehrveranstaltungen und oft auch verschiedene Verwaltungsaufgaben zu ihren Pflichten.
 

Alles klar?

Wir hoffen, dass unser kleines Uni-Lexikon Dir einen besseren Überblick verschaffen konnte. Mehr Infos rund ums Studium gibt es in unserem Blog!
 
Übrigens gelten diese Erläuterungen so nur für Deutschland. In anderen Ländern, auch in den deutschsprachigen, existieren zwar häufig ähnliche oder gleiche Begriffe, das heißt aber nicht zwangsweise, dass sie auch dasselbe bezeichnen. Das ist nicht einmal in Deutschland der Fall – weil Bildung in Deutschland Ländersache ist, kommt es auch hier durch unterschiedliche Landeshochschulgesetze und universitätsspezifische Eigenheiten zu Abweichungen.
 
 
Finde Dein Thema Booste Deine Umfrage Stöbere in den Jobs Zum Forum