Career, Tips, Tricks & Tools

Berufseinstieg für Geistes- und Sozialwissenschaftler

Du bist Geistes- oder Sozialwissenschaftler und es graut Dir vor dem Berufseinstieg? Zugegeben  es  kann mühsam werden. Aber auch für Dich gibt es die verschiedensten Optionen! Viele Unternehmen suchen bewusst Geisteswissenschaftler, weil ihnen ein breites Allgemeinwissen und hohe emotionale Intelligenz zugeschrieben wird. Sie sind offen für ihre Umwelt und zudem sehr lernfähig. In diesem Artikel zeigen wir Dir, wie es mit dem Berufseinstieg klappt!

 

„Und was machst Du dann damit?“

Viele Studierende der Geistes- und Sozialwissenschaften wissen am Anfang ihres Studiums noch nicht, was sie später machen möchten. Das Spektrum von passenden Berufen, die auf dem Markt angeboten werden, ist so breit, dass es überfordern kann. Neben klassischen Einrichtungen wie Museen, Bibliotheken, Verlagen, Medien oder Forschungsinstituten kommen auch Unternehmen der freien Wirtschaft in Frage. Personalwesen und Unternehmenskommunikation sind beispielsweise unentbehrliche Bereiche in jedem großen Unternehmen. Außerdem arbeiten viele Geistes- und Sozialwissenschaftler für Versicherungen, in Consulting-Firmen, als Designer oder im Social-Media-Management.

 

Auf Weitblick und Schwerpunkte setzen

Bereits während des Studiums solltest Du Dir die Angebote auf dem Arbeitsmarkt anschauen und über Deine Interessen sowie Stärken und Schwächen nachdenken, um einen Schwerpunkt zu setzen. Du kannst Deine Kurse und die Themen für Deine Hausarbeiten und die Abschlussarbeit so auswählen, dass sie Dein Wissen in einem bestimmten Bereich vertiefen und Deiner Spezialisierung dienen. Außerdem bieten Universitäten viele Möglichkeiten für Zusatzqualifikationen. Es lohnt sich beispielsweise, Computerkurse zu Themen wie Photoshop oder dem Pflegen und Erstellen von Datenbanken zu besuchen.

 

Praktische Erfahrung für den Berufseinstieg nutzen

Es ist empfehlenswert, schon während des Studiums praktische Erfahrung zu sammeln, um verschiedene Bereiche auszuloten oder Kenntnisse für den zukünftigen Beruf zu erwerben. Während der Semesterferien oder eines Urlaubssemesters hat man die Zeit, unterschiedliche Bereiche auszuprobieren. Häufig lässt sich dies sogar mit dem Nebenjob kombinieren. Dabei bieten sich beispielsweise Jobs und Praktika in Redaktionen, Museen, Bibliotheken, PR- und Werbeagenturen sowie Kommunikationsabteilungen in verschiedenen Unternehmen oder öffentlichen Einrichtungen an.

 

Einstiegsmöglichkeiten nach dem Studium

Nach dem Studium gibt es vor allem zwei Möglichkeiten für die Weiterbildung in einem Unternehmen: Volontariate und Traineeprogramme. Dabei verdienst Du zwar etwas weniger als beim Direkteinstieg, dafür hast Du Dich aber in einem bestimmten Bereich spezialisiert. Eine spätere Übernahme ist oft möglich. Volontariate werden von Medienunternehmen, Museen und anderen öffentlichen Kultureinrichtungen angeboten und dauern zwischen einem und zweieinhalb Jahren. Hierbei gilt es aber, genau auf die Bedingungen zu achten: Handelt es sich beispielsweise um einen etablierten Radiosender, der eine umfassende Ausbildung in verschiedenen Redaktionen anbietet, oder wird bloß eine günstige Arbeitskraft für das Tagesgeschäft gesucht?

Traineestellen findet man eher im Privatsektor. In ein bis zwei Jahren wirst Du in verschiedenen Bereichen „trainiert“, um danach im Unternehmen richtig durchzustarten. Dabei lernst Du unterschiedliche Abteilungen kennen und erfüllst vielfältige Aufgaben. Häufig führt die Ausbildung über Traineestellen später zu führenden Positionen im Unternehmen. Für Geisteswissenschaftler werden solche Stellen zumeist in der Unternehmenskommunikation und dem Personalwesen angeboten. Häufig werden Trainees auch in den Bereichen BWL und Rechnungswesen geschult. Die Zeit während eines solchen Programms sollte dazu genutzt werden, die eigenen Stärken und Interessen auszuloten und besser zu verstehen.

 

Verdienstmöglichkeiten von Geistes- und Sozialwissenschaftlern

Im Schnitt verdienen Geisteswissenschaftler beim Berufseinstieg laut gehaltsvergleich.com jährlich etwa 33.500 €. Absolventen, die freiberuflich für Medien oder in einer Beraterfunktion arbeiten, verdienen häufig weniger als Festangestellte. Ein Doktortitel erhöht das Gehalt bei Einsteigern um etwa 3.200 €, erfahrene Geisteswissenschaftler mit Doktortitel verdienen etwa 8.000 € mehr als ihre Kollegen ohne Promotion. Vorsicht: Promovierte Geistes- und Sozialwissenschaftler gelten für eine Anstellung schnell als überqualifiziert und praxisfern – dies kann mit den passenden Praxiserfahrungen während des Studiums und der Promotion allerdings gut abgefedert werden. Mit praxisnahen Themen für die Dissertationen punktet man dabei noch mehr:

Wahrnehmung kompensatorischen Verhaltens alternder Arbeitnehmer: Ansätze einer alternsorientierten Personalentwicklung

Das TV-Format als Media Brand: Ansatzpunkte und Grenzen der identitätsorientierten Medienmarkenbildung in der Fernsehwirtschaft.

Digitale Bildungsmedien – Welche Faktoren beeinflussen die Strategien der Schulbuchverlage?

Der Jugendmedienschutz bei Gewalt darstellenden Computerspielen: Mediengewaltwirkungsforschung, Jugendschutzgesetz, Gewaltdarstellungsverbot&Moralpanik

Eine Dissertation will aber gut überlegt sein. Beispielsweise brauchst Du für eine Karriere in einem Museum häufig eine abgeschlossene Promotion. Im Bereich der Unternehmenskommunikation ist das aber nicht notwendig.

 

Los geht’s!

Wenn Du nach dem Studium verschiedene Qualifikationen und praktische Erfahrungen vorweisen kannst, ist die Wahrscheinlichkeit, schnell angestellt zu werden, sehr hoch. In unserer Jobbörse findest Du tolle Einstiegsmöglichkeiten. Denke außerdem daran, dass viele Unternehmen, besonders in der Beratungsbranche, auch Initiativbewerbungen begrüßen. Deshalb lohnt es sich, auch diese Option zu nutzen.

Worauf wartest Du noch? Viel Erfolg beim Berufseinstieg!

 

Finde Dein Thema  Booste Deine Umfrage  Stöbere in den JobsZum Forum