Chemiker und Arbeitslosigkeit



  • Letztens sagte jemand zu mir "Chemiker sind die neuen Biologen" (sorry liebe Biologen!) Damit meinte er, dass viele Chemiker Angst vor Arbeitslosigkeit haben müssen. Tatsächlich kenne ich selber einen arbeitslosen Chemiker oO

    Ist das wirklich so schlimm? Als ich mit dem Studium angefangen habe, habe ich mir über sowas keine Gedanken gemacht...



  • "Chemiker sind die neuen Biologen" :D Sorry, ich musste gerade lachen ;)

    Ich habe nicht Chemie studiert, habe aber mehrere Chemiker im Freundeskreis. Da ist es sehr unterschiedlich. Zwei verdienen richtig gut in großen Konzernen, die sind (logischerweise) sehr glücklich mit ihrer Entscheidung. Einer findet tatsächlich seit einem halben Jahr nichts und bewirbt sich auch auf Stellen für Chemielaboranten. Wird da aber nicht genommen. Der bereut es sehr. Keine Ahnung, was da los ist. Aber Arbeitslosigkeit scheint auch bei Chemikern ein Problem zu sein.



  • Eine recht differenzierte Sich auf die Dinge gibt es hier:

    https://www.zeit.de/campus/2018/s1/naturwissenschaften-bewerben-arbeitsmarkt-jobaussichten

    Ich lese da raus dass man auch als Chemiker bereit sein muss, an einen Quereinstieg in andere Branchen und Bereiche zu denken. Du solltest also damit rechnen später nicht als Chemiker im Labor zu arbeiten. Ich denke, es ist wie überall: Erfahrung ist alles. Ich würde an deiner Stelle also schon im Studium mind ein Praktikum in einem anderen Bereich machen



  • Ich glaube, Akademiker haben es IMMER schwer auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, relativ egal, aus welchem Fach sie kommen. Der Einstieg ist schwer. Aber: Die Statistik zeigt doch, dass alle unterkommen, es dauert halt. Langzeitarbeitslosigkeit unter Akademikern gibts quasi nicht.

    Dennoch muss man sich eben oft von den ganz großen Träumen verabschieden. Nicht jeder kann im Ministerium, beim Industrie-Riesen oder im Top-Verlag arbeiten. Und ja, oft genug ist man nicht wirklich besser gestellt als mit Ausbildung, selbst mit Promotion nicht. Oder gerade dann nicht.



  • Ich finde das ehrlich gesagt beides falsch:

    Einerseits dieses schwarzsehen bei vielen Studiengängen (Du wirst eh arbeitslos! Mach was Richtiges! "Ich finde nie was!"). Das ist Panikmache und auch nicht haltbar.

    Man liest aber eben auch immer wieder diese sehr postiven Beiträge: Es gibt keine Arbeitslosigkeit bei Akademikern, studier, was du willst, es ist bei allen gleich schwer.

    Ähm, nein. Es macht durchaus nen Unterschied, ob ich Byzantinistik oder Medizin studiere. Oder Skandinavistik und Jura. Das heißt nicht, dass ich davon abrate, aber es sollte einem bewusst sein.



  • @fin Zustimmung!


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