Lohnt sich eine Doktorarbeit
Career, PhD & Dissertation

Lohnt sich eine Doktorarbeit finanziell?

Du bist am Ende Deines Studiums angelangt und denkst darüber nach, eine Doktorarbeit zu schreiben? Dann solltest Du Dir genau überlegen, wofür Du diese brauchst. Eine Doktorarbeit kann einige Vor- und Nachteile mit sich bringen, die abgewägt werden sollten. Wenn Du (auch) aus finanziellen Gründen promovieren möchtest, zeigen wir Dir in diesem Artikel, wann sich eine Promotion finanziell lohnt.
 

Die Hard Facts

Laut Statistischem Bundesamt waren im Wintersemester 2013/14 etwa 9% aller Studierenden in Deutschland Doktoranden. Das sind knapp 200.000 Personen. In bestimmten Bereichen wie Humanmedizin und Gesundheitswissenschaften sowie in der Fächergruppe Mathematik und Naturwissenschaften sind die Promotionsquoten überdurchschnittlich hoch. Dies erklärt sich durch die besondere Bedeutung einer Promotion in diesen Fächern auf dem Arbeitsmarkt, aber auch durch die höhere Anzahl an Stellen und Möglichkeiten einer Promotion.
 

Intern oder extern promovieren?

Viele streben eine Promotion aus wissenschaftlichem Interesse an. Findet man ein Thema besonders spannend und will in diesem Bereich besonders tief recherchieren, bietet sich die Möglichkeit an, die Doktorarbeit an einer Universität oder an einer externen wissenschaftlichen Institution zu schreiben. Wer etwas praxisnäher forschen will, kann seine Dissertation auch in einem Unternehmen verfassen. Am Ende einer solchen Arbeit winkt der mögliche Vorteil, direkt übernommen zu werden. Hier findest Du einige Angebote für eine Doktorarbeit im Unternehmen.
 

Was verdienen Doktoranden?

Die meisten Promovierenden erhalten laut des Bundesberichts Wissenschaftlicher Nachwuchs ein durchschnittliches monatliches Nettoeinkommen von 1.261 €, was in vielen Großstädten in Anbetracht steigender Mieten geradeso ausreicht. Allerdings bekommen Doktoranden in den Geistes- und Kulturwissenschaften (12% aller Kandidaten) ein besonders niedriges durchschnittliches monatliches Gehalt in der Höhe von 824 € und fallen damit sogar unter die Armutsgrenze – ohne Nebenjob kommt man so kaum über die Runden. Es dauert also, bis sich eine Promotion wirtschaftlich auszahlt.
 

Finanzielle Vorteile der Doktorarbeit im Berufsleben

Promovenden werden Selbstmotivation, Organisationsfähigkeit, Durchhaltevermögen und Kommunikationsstärke zugeschrieben. Auch deshalb erhalten sie häufiger Personalverantwortung als ihre nicht-promovierten Kollegen. Für manche Führungsstellen ist der Doktortitel sogar Pflicht. Allerdings bringt die Promotion nicht in allen Berufen die gleichen Vorteile. In Kunst und Kultur schätzen die Arbeitgeber oft eher Berufserfahrung als Doktortitel. Außerdem haben Promovierte als Berufseinsteiger in dieser Hinsicht Nachteile gegenüber ihren Kollegen mit langjähriger Praxiserfahrung. Für Einstiegsprogramme wie Volontariate gilt man mit Doktortitel schnell als überqualifiziert – ohne Volontariat findet man aber oft keinen Einstieg.
 

Finanzielle Vorteile der Doktorarbeit im Berufsleben

Grundsätzlich verdienen Doktoren als Berufseinsteiger mehr Geld als ihre nicht promovierten Kollegen. Promovierte Naturwissenschaftler erhalten jährlich brutto etwa 10.000 €, BWLer 12.000 €, Ingenieure 14.000 € und Juristen 17.000 € mehr im Jahr als ihre Kollegen mit Master (Quelle: gehaltsvergleich.com). Mit der Zeit können sich diese Unterschiede allerdings ausgleichen. In den Sprach-, Kultur- und Sozialwissenschaften kann der Unterschied auch am Anfang schon gering sein. Beim Einstieg verdienen promovierte Geisteswissenschaftler im Jahr durchschnittlich 3.200 € mehr, im Gesamtschnitt etwa 8.000 € mehr. Man sollte sich also gut überlegen, ob sich die Doktorarbeit in diesem Bereich lohnt. Wie viel mehr man mit dem Doktortitel letztlich verdient, hängt also auch mit der Branche zusammen, in der man einsteigt: So verdienen promovierte Ingenieure in der Chemie „nur“ 8.000 € mehr als ihre Kollegen mit Diplom oder Master. In der Autoindustrie hingegen können sie sich über 15.000 € zusätzlich freuen.
 

Weitere Faktoren

Neben den angesprochenen finanziellen Aspekten darf man eines nicht vergessen: Eine Promotion, gerade im experimentellen Bereich, ist sehr fordernd und verlangt ein enormes Maß an Frustrationstoleranz. Darüber hinaus sind Doktoranden oft genug als Einzelkämpfer unterwegs. Passt das zu Dir und hast Du außerdem noch ein gutes Bauchgefühl bei Betreuung und Thema? Dann heißt es: Nichts wie los zu summa cum laude!
 
 
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