Hypothesen herleiten, beschreiben und begründen
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Hypothesen herleiten, beschreiben und begründen

Die Erstellung der Hypothesen findet im Rahmen der Entwicklung Deines Untersuchungsmodells statt. Sind die Hypothesen einmal hergeleitet, gilt es, sie stichhaltig zu begründen und mit allen für den Untersuchungsgegenstand relevanten Details zu beschreiben.

 

Wege zur Herleitung der Hypothesen

Es gibt auf dem Weg zur gelungenen Hypothese verschiedene Pfade, die Du einschlagen kannst. Dazu zählen neben der Herleitung durch Literatur auch Herleitungsprozesse durch Plausibilitätsüberlegungen und außerdem die Methode der Hypothesenentwicklung via Theorien.

 

1) Literaturquellen

Die Herleitung der Hypothesen kannst Du z.B. durch den Verweis bzw. das Anführen bereits bestehender empirischer Untersuchungen begründen. Dafür muss auch hier die Überprüfung der Beziehung zwischen den beiden zu betrachtenden Konstrukten (Reminder: Konstrukt zu Konstrukt = Hypothese) vorhanden sein. Dieser Weg dient zumeist nur zur Grundlagenbildung und sollte dringend durch eine auf Plausibilitätsüberlegungen beruhende oder theoriegestützte Herleitung ergänzt werden.

 

2)  Plausibilitätsüberlegungen

Hier erfolgt die Hypothesenherleitung über sogenannte Plausibilitätsüberlegungen.

Dafür muss unmissverständlich belegt werden, dass die Beeinflussung eines Konstrukts auf ein anderes durchweg, ob nun positiv oder negativ geartet, völlig plausibel und logisch ist.

Um dies gewährleisten zu können und die Argumentationskette in jedem Schritt zu unterstützen, sind adäquate Literaturquellen (und auch deren ausdrückliche Angabe!) nötig. Hierbei kann die Herleitung der Hypothesen auf direktem Weg oder über Umwege geschehen.

Beispiel:

Es findet eine negative Beeinflussung von Konstrukt A durch Konstrukt B sowie von Konstrukt B durch Konstrukt C statt. Daher kann angenommen werden, dass durch Konstrukt A auch eine negative Beeinflussung auf Konstrukt C stattfindet.

 

3)  Theorien (verhaltenswissenschaftlich)

Der Vorteil dieser Form der Hypothesenherleitung: Sie ist am wenigsten angreifbar. Der Nachteil: Sie ist nicht immer bzw. nicht bei allen empirischen Forschungsformen verfügbar.

Bei diesem Weg der Herleitung wird von der allgemeinen Gültigkeit einer verhaltenswissenschaftlichen Theorie ausgegangen, welche dann auf das eigene spezielle Untersuchungsfeld übertragen wird.

Beispiel:

Wenn allgemein Theorie X Gültigkeit hat, so kann daraus geschlussfolgert werden, dass Konstrukt A der Theorie X entsprechend einen negativen/positiven Einfluss auf Konstrukt B haben muss.

 

Beschreibung und Darstellung der Hypothesen

Hast Du ein ausreichendes Hypothesensystem samt Begründung formuliert, kann Dir eine übersichtliche und graphische Darstellung zur Visualisierung zum weiteren Verständnis dienlich sein. Die Konstruktbeziehungen können bspw. durch Plus- bzw. Minus-Zeichen verdeutlicht werden. Durch die Zeichnung von Pfaden kannst Du auch die genaue Einflussrichtung aufzeigen.

Optional kann die graphische durch eine tabellarische Darstellung der Hypothesen ergänzt werden.

 

Begründung der Hypothesen

Aus der Begründung der Hypothesen sollte unmissverständlich und unmittelbar nachvollziehbar hervorgehen, in welcher genauen Beziehung die in der Hypothese enthaltenen einzelnen Konstrukte zueinander stehen und warum. Die stumpfe Wiedergabe von Informationen zu den Konstrukten ist hierfür meist nicht ausreichend. Gehe ins Detail und achte dabei darauf, nur die relevanten Infos zu nennen (Geschwafel hat an dieser Stelle nichts zu suchen).
 
 

Noch gar keinen Plan, wie eine empirische Forschung eigentlich ablaufen soll? Hier wird Dir geholfen: Der Ablauf eines Forschungsprozesses.
 
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